Simone, Kämpferin

Manchmal hinterlässt das Leben Spuren dessen, was wir durchgemacht haben. Einige davon sind sichtbar, andere nicht – aber fast immer haben sie eine Geschichte. Für Simone, die in jungen Jahren aufgrund einer Herzinsuffizienz eine Transplantation durchmachen musste, sind die Narben dieser schweren Operation dennoch eine Erinnerung daran, wie viel Glück sie hatte. Wir sprachen mit ihr darüber, wie sie gelernt hat sich in ihrer Haut wohlzufühlen und warum sie sich geehrt fühlt, Teil unserer Kampagne zu sein.

Nach meiner Herzinsuffizienz habe ich eine zweite Chance bekommen – scheint, dass ich das Leben also wirklich liebe. Fünf Jahre ist meine Transplantation nun her und ich bin stolz auf mich, dass ich so weit gekommen bin. Nach der Operation hasste ich meine Narben, ich fand sie hässlich. Heute fühle ich mich wohl. Ich liebe meine Haut – ich finde, ich habe tolle Haut. Aber ich muss sie auch intensiv mit Feuchtigkeit versorgen – meine große Narbe wird schnell trocken, besonders in der Mitte und an den Rändern, also muss ich sie zweimal täglich pflegen. Aber: Ich fühle mich schön – ich kann an den Strand gehen und sie selbstbewusst zeigen, weil sie Teil meiner Geschichte ist. Meine Narbe zeigt, dass ich überlebt habe.

Als ich meine Narbe das erste Mal öffentlich zeigte, war ich auf Jamaika: Ich ging am Strand entlang, gerade aufgerichtet, selbstsicher, mein Haar sah gut aus. Ich habe mich eigentlich gar nicht um die Leute gekümmert, obwohl ich ja wusste, dass einige schauen würden. Ich sagte mir selbst einfach: „Weißt du was? Sie schauen dich wahrscheinlich an, weil sie dich bewundern.“ Aber selbst wenn sie es nicht getan hätten, es spielte keine Rolle für mich – ich fühlte mich gut und ich sah ziemlich gut aus in meinem Bikini!

Als es dann mit den Filmarbeiten für die Dove Kampagne losging, war ich anfangs etwas nervös, weil ich so etwas noch nie gemacht hatte. Aber für eine Hautpflegekampagne ausgewählt zu werden, ohne dass am Set jemand vorher weiß, wie ich aussehe – das ist unglaublich toll. Ich weiß, dass ich überhaupt nicht perfekt bin – niemand ist es. Genau das wollte ich beweisen, das hat mich ermutigt, meine Narben zu zeigen.

Dennoch: Die wahre Heldin ist die Frau, die mir diese zweite Chance gegeben hat. Die Tatsache, dass sie auf einer Spenderliste stand und ich ihr Herz bekommen durfte, erdet mich und macht mich zufrieden. Diese Frau hat mir eine zweite Chance gegeben, also habe ich sie ergriffen und bin losgelaufen …