Laura, Unterwasserfotografin

Allein der Gedanke an Haie reicht aus, um die meisten von uns vom Wasser fernzuhalten … Für Laura ist es umgekehrt: Als Meeresfotografin mit einer Leidenschaft für Haie schreckt sie nicht davor zurück, immer wieder tief hinabzutauchen – ebenso wenig vor der Meinung anderer über ihren abenteuerlichen Job. Sie erzählt uns, was das Schwimmen inmitten von Haien und was der Ozean für ihre Haut bedeutet – und warum ihre Geschichte so viel tiefer geht, als es von außen scheinen mag.

Ich erinnere mich gut an meine erste Begegnung mit einem Hai. Ich war ungefähr 17 oder 18 Jahre alt und der Ozean zog mich schon damals magisch an. Eines Tages schwamm ich durch zwei riesige Korallenköpfe, als ich auf einmal das Gefühl hatte, mich würde jemand beobachten … Ich schaute nach rechts – und da war er: der Hai. Lässig, ruhig und schwerelos, während ich darum kämpfte, mich in der starken Strömung ruhig am Platz zu halten. Ich war total verängstigt: Ich hatte diese Vorstellung, dass Haie hirnlose, menschenfressende Monster sind, und so raubte mir dieser Hai meine Liebe zum Ozean. Bis mir klar wurde, dass ich sie zurückhaben will und der Einzige, der mir diese Liebe zurückgeben kann, der Hai selbst ist. Also beschloss ich, alles über diese faszinierenden Tiere zu lernen – und sie wurden zu meiner Leidenschaft.

Ich kann nicht sagen, wie viele Haie mir seitdem begegnet sind – es sind wohl Tausende! Das Wichtigste ist, in ihrer Gegenwart ganz ruhig zu sein; positive Energie zieht sie an. In Florida fuhr ich einmal mit einem Freund auf dem Boot raus und entdeckte bei einem Tauchgang einen Tigerhai am Ende der Köderleine. Als mein Freund die Leine hochzog, folgte der Hai langsam und kam dabei direkt auf meine Kamera zu. Er blieb etwa 45 Minuten bei mir und ich hatte das Gefühl, er würde mit mir tanzen … Ich habe nie einen schöneren Moment erlebt.

Ich hatte unglaubliches Glück – aber da unten musst du den Augenblick, den Zufall nutzen: Unterwasserfotografie kann man nicht planen. Wenn ich runtergehe, um Hammerhaie zu finden, kann es gut sein, dass ich nicht einen zu Gesicht bekomme und stattdessen all die anderen. Ich mache pro Tag etwa vier Tauchgänge, das heißt, ich bin ständig im, am und auf dem Wasser – meine Haut ist also permanent Wind, Sonne und Salzwasser ausgesetzt. Deshalb spannt sie, ist trocken und „unersättlich“, wenn ich ihr nicht genug Feuchtigkeit gebe. Das tue ich sehr konsequent – von innen und außen.

Unter einem Haifotografen stellen sich die meisten einen großen, muskulösen Mann vor, der mit den Tieren kämpft. Aber so ist es eben nicht. Deshalb freue ich mich sehr, für diese Kampagne ausgewählt worden zu sein – sie zeigt eine andere Seite von Frauen, die sonst nicht gesehen wird. Die Botschaft ist positiv und wichtig: Das, was du bist, macht dich auch schön!