Lanchana, MMA-Kämpferin

Als Kämpferin wird Lanchana oft unterschätzt – aber ihr ist es auch lieber so. Tatsächlich hat sie gelernt, dass (neben ihrem Können und ihrer Technik) genau diese Überraschung ihre Gegner außer Gefecht setzen und sie zum Sieg führen kann. Uns hat sie erzählt, wie sie im Wettkampf ihre Nerven kontrolliert, wie sich ihr intensiver Trainingsplan auf ihre Haut auswirkt und warum sie weiß, dass allein zählt, wie sie im Ring dasteht – nicht vor dem Spiegel.

Die Gefühle, die ich direkt vor so einem Wettkampf habe, lassen sich eigentlich kaum beschreiben. Du stehst hinter der Tür, wartest, hörst die Musik … Das Ganze erscheint dir so unwirklich. Ich bin jedes Mal stolz, wenn ich genau das tue, was ich liebe – so brutal und emotional es auch schon mal sein kann. Die guten Sessions wie die schlechten – die Zeiten, in denen man auf jedes Stück Kuchen verzichten muss … Aber dafür in den Ring steigen zu dürfen, das ist es mir wert.

Bevor ich zu Mixed Martial Arts (MMA) kam, war ich zehn Jahre lang Thai-Boxerin, außerdem habe ich den lila Gürtel in brasilianischem Jiu-Jitsu erworben. Heute unterrichte ich zusätzlich Kinder und Frauen in Kampfkünsten, weil diese mir selbst als Teenager hätten helfen können. Als ich nämlich als Mädchen einmal angegriffen wurde, merkte ich, dass ich mich nicht wehren konnte – kein gutes Gefühl, und so begann im Grunde mein Weg in die MMA. Ich finde es wichtig, dass Mädchen selbstbewusst sind, wenn es zu Konflikten kommt, und dass sie damit umgehen können. Zumindest, um sich selbst aus einer gefährlichen Situation befreien zu können. Ich denke, dass das Training in Kampfkünsten jungen Mädchen definitiv hilft, sich in ihrem Körper sicher und gut zu fühlen. Ein positives Körpergefühl geht immer Hand in Hand mit mehr Selbstbewusstsein und Selbstachtung. Und wenn du zu wenig davon hast: Ändere es!

Ich trainiere zwei bis drei Mal am Tag. Das macht natürlich einiges mit meiner Haut: Sie wird zerkratzt, gequetscht – ich schwitze und ich blute. Wenn ich mich nicht um meine Haut kümmere, geht es bergab mit ihr. Überhaupt muss ich meinen Körper gut pflegen, damit er sein Bestes gibt, wenn es darauf ankommt. Ich esse bewusst gesund, um auch im Training alles abrufen zu können, und ich meditiere, um meine Nerven und Emotionen zu beherrschen – besonders wenn ich im Wettkampf stehe, was immer auch eine Angsterfahrung ist.

Manchmal werde ich unterschätzt: Ich betreibe einen männerdominierten Sport, ich bin jung und nicht gerade groß. Ich sehe nicht stark aus, so wie es die Leute besonders von Kampfsportlern erwarten. Dabei ist alles nur eine Frage des Könnens und der Technik. Für die Dove Kampagne nur aufgrund meiner Geschichte ausgewählt worden zu sein, bestärkt mich zusätzlich. Keine Beurteilung, keine Stereotypen: Wir standen vor der Kamera, weil wir mehr haben, als man von außen sehen kann und erwartet. Aber: Wir haben alle nur die eine Haut, in der wir stecken, und in der sollten wir uns wohlfühlen. Deshalb müssen wir uns gut um sie kümmern.