Wie entsteht Mobbing?

Mobbing ist grausam und kann uns in jedem Alter treffen. Wenn dein Kind ein Opfer von Mobbing ist, nutze unsere Checkliste, um ihm verstehen zu helfen, was gerade passiert und was es dagegen tun kann. 

Trau dich, anders zu sein – warum Leute mobben

Wenn du ein Opfer von Mobbing bist, sind die Gründe dafür oftmals unverständlich. Wenn dein Sohn oder deine Tochter ein Opfer ist, fragt er oder sie sich sicherlich, warum. Es ist wichtig, sich in Erinnerung zu rufen, dass ein Gefühl der Unzulänglichkeit oftmals die Ursache dafür ist, dass jemand zum Mobber wird.

Wenn dein Kind selbst Opfer oder Zeuge von Mobbing ist, sprecht über die möglichen Motive des Täters. Hilf deinem Kind zu erkennen, dass jeder anders ist und dass Vielfalt etwas Tolles ist – andere das aber nicht immer so sehen. Oftmals liegen die Ursachen in einem mangelnden Verständnis oder in der eigenen Unsicherheit des Mobbers. In diesem Falle greift der Mobber jemanden an, weil er diese Person als anders wahrnimmt.

Wie wird jemand zum Mobber?

Manchmal werden Mobber durch einen tieferen Beweggrund motiviert, wie beispielsweise Probleme zu Hause, oder sie sind selbst früher ein Mobbingopfer gewesen.

Als Judith ihrer Tochter Bea geholfen hat, ihren Peiniger zu konfrontieren, hat sie die Ursache für dessen Verhalten aufgedeckt. „Das Kind hat zu Bea gesagt, er würde sie ärgern, weil sie zwei Elternteile und ein schönes Zuhause hat“, sagt Judith. Das rechtfertigt sein Verhalten natürlich noch lange nicht, aber es wurde deutlich, dass es sich um „eine Tat aus Eifersucht“ gehandelt hat. 

Auch wenn es niemals in Ordnung ist, jemanden zu mobben, kann das Verstehen der Beweggründe die Situation in eine andere Perspektive rücken. Indem du mit deinem Kind über Mobbing sprichst, änderst du die Herangehensweise, wie dein Kind mit solchen Situationen umgeht, und kannst es auf diese Weise vor langfristigen Problemen schützen. 

*Um die Privatsphäre der hier vorgestellten Personen zu schützen, wurden die Namen geändert. Die Geschichten und Erfahrungen, die sie teilen, sind hingegen nicht erfunden, sondern entsprechen tatsächlichen Begegnungen.

Folge dem Rat von Psychotherapeutin und Körperbildexpertin Dr. Susie Oberbach, deinem Kind einen besseren Einblick in die Beweggründe eines Mobbers zu geben:

  • 1

    In den Dialog treten

    Wenn dein Kind eine Serie oder einen Film sieht, in dem Mobbing thematisiert wird, sprich mit ihm über die möglichen Beweggründe des Täters. Für jüngere Kinder kannst du auch Geschichten oder Märchen als Vergleich nutzen. Frage sie zum Beispiel: „Was glaubst du, warum die Stiefschwestern Aschenputtel ärgern?“

  • 2

    Versetze dich in die Lage des Mobbers

    Einige Mobber haben Probleme zu Hause. Hilf deinem Kind zu verstehen, dass sein eigenes glückliches Familienleben zu seinem Selbstbewusstsein beiträgt und dass leider nicht jedes Kind so viel Glück hat. Wenn es ein Freund ist, der die fiesen Kommentare macht, kann das Verstehen seiner Beweggründe deinem Kind dabei helfen, ihn zu konfrontieren. Auch kann dein Kind ihm so die Hilfe anbieten, die er braucht, um seine Probleme nicht länger an anderen auszulassen

Nächste Schritte

  • Hilf deinem Kind zu verstehen, dass Mobbing häufig in der Eifersucht des Täters begründet ist
  • Ermutige deinen Sohn oder deine Tochter, auch mit anderen über seine bzw. ihre Gefühle zu sprechen, damit er oder sie sich nicht allein fühlt